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Madagaskar Rundreise: Vom Regenwald in die wilde Schönheit des Isalo-Nationalparks
Mit Go’n joy Africa – persönlich begleitet von Inhaberin Jenny Strumpf
Diese Etappe unserer Madagaskar Rundreise gehört zu den eindrucksvollsten, da sie die enorme landschaftliche Vielfalt der Insel auf relativ kurzer Strecke erlebbar macht. Am 04. April verließen wir den immergrünen Regenwald von Ranomafana, der für seine hohe Biodiversität und zahlreichen endemischen Tier- und Pflanzenarten bekannt ist. Mit jedem Kilometer Richtung Süden wurde die Vegetation spürbar trockener, die dichten Wälder lichteten sich und gingen allmählich in offene Kulturlandschaften über.
Die Fahrt führte durch das zentrale Hochland, eine Region, die stark landwirtschaftlich geprägt ist. Charakteristisch sind die kunstvoll angelegten Reisterrassen, die sich wie grüne Stufen durch die Hügel ziehen. Unterwegs passierten wir Fianarantsoa, eine der wichtigsten Städte des Landes und kulturelles Zentrum des Betsileo-Volkes. Die Strecke von Ranomafana nach Ranohira zog sich dabei wieder deutlich länger als erwartet – kurvenreiche Straßen, wechselnde Straßenverhältnisse und zahlreiche Eindrücke entlang der Route machten die Fahrt zwar zeitintensiv, aber zugleich sehr abwechslungsreich.
Handwerkstradition in Ambalavao
Ein besonders informativer Zwischenstopp erfolgte in Ambalavao, das als Zentrum für traditionelles Handwerk gilt. Hier besuchten wir eine Papiermanufaktur, in der das berühmte Antemoro-Papier hergestellt wird. Dieses handgeschöpfte Papier basiert auf einer jahrhundertealten Technik, die ursprünglich von arabischen Einflüssen geprägt wurde. Als Rohstoff dient die Rinde des Avoha-Strauchs, die zunächst gekocht, anschließend zerkleinert und zu einer faserigen Masse verarbeitet wird.
Die Papierbögen werden von Hand geschöpft und oft mit natürlichen Materialien wie Blüten oder Blättern verziert. Jeder Arbeitsschritt erfolgt manuell, wodurch jedes Blatt ein Unikat ist. Die Herstellung ist nicht nur kulturell bedeutend, sondern stellt auch eine wichtige Einkommensquelle für viele Familien in der Region dar.
Nachhaltiger Tourismus im Anja Community Reserve
Ein weiteres Highlight dieser Madagaskar Rundreise war der Besuch des Anja Community Reserve. Dieses Schutzgebiet ist ein gelungenes Beispiel für gemeindebasierten Naturschutz, bei dem die lokale Bevölkerung aktiv am Schutz und an der Nutzung der natürlichen Ressourcen beteiligt ist. Die Einnahmen aus dem Tourismus fließen direkt in die Gemeinde und tragen zur Finanzierung von Infrastruktur und Bildungsprojekten bei.
Das Reservat ist besonders bekannt für seine Population an Kattas (Ringelschwanzlemuren). Diese Primaten sind tagaktiv und lassen sich daher gut beobachten. Während unseres Besuchs konnten wir die Tiere aus nächster Nähe erleben – sie bewegten sich geschickt über Felsen und Bäume, sonnten sich oder interagierten miteinander. Neben Lemuren beherbergt das Reservat auch verschiedene Reptilien- und Vogelarten.
