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Checkliste für bewussteres Reisen in Afrika

Eine Reise nach Afrika ermöglicht intensive Naturerlebnisse und Begegnungen mit unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen. Gleichzeitig ist jede Reise mit Auswirkungen verbunden – etwa durch Flüge, Transporte, Übernachtungen und den Verbrauch von Ressourcen.

Mit einigen bewussten Entscheidungen bei der Planung und vor Ort lassen sich bestimmte Auswirkungen reduzieren und lokale Anbieter gezielter einbeziehen. Unsere Checkliste gibt Ihnen praktische Anregungen für Ihre nächste Afrika-Reise.

Anreise und Mobilität

  • Länger bleiben statt häufiger fliegen: Wenn es zeitlich möglich ist, kann eine längere Reise anstelle mehrerer kurzer Fernreisen die Anzahl der notwendigen Langstreckenflüge reduzieren.
  • Bahn für die Anreise zum Flughafen prüfen: Reiseziele wie Tansania, Uganda oder Südafrika sind von Deutschland aus in der Regel nur mit dem Flugzeug sinnvoll erreichbar. Für die Anreise zum Abflughafen kann jedoch häufig die Bahn eine Alternative zu einem innerdeutschen Anschlussflug oder einer längeren Autofahrt sein.
  • Klimaschutzbeiträge transparent prüfen: Wer einen freiwilligen Klimaschutzbeitrag leisten möchte, kann sich beispielsweise über Anbieter wie atmosfair über Projekte, Berechnungsmethoden und Standards informieren. Wichtig ist dabei: Ein solcher Beitrag macht einen Flug nicht emissionsfrei und ersetzt nicht die Vermeidung oder Reduzierung von Emissionen.
  • Kleine Reisegruppen in Betracht ziehen: Je nach Reiseart können Kleingruppen eine Alternative zu Reisen in großen Reisebussen sein. Bei Safaris ermöglichen kleine Gruppen zudem häufig eine persönlichere Reisegestaltung.

Auswahl der Unterkunft

  • Auch bei der Wahl der Unterkunft können Sie darauf achten, wie diese mit Ressourcen umgeht und wie stark sie in die lokale Wirtschaft eingebunden ist.
  • Lokale und inhabergeführte Unterkünfte berücksichtigen: Kleinere Lodges, Gästehäuser und Camps können dazu beitragen, dass ein größerer Teil der Reiseausgaben bei Unternehmen vor Ort verbleibt. Wie groß dieser Effekt tatsächlich ist, hängt jedoch von der jeweiligen Eigentümer- und Lieferstruktur ab.
  • Auf nachvollziehbare Maßnahmen achten: Dazu können beispielsweise Solarenergie, Maßnahmen zum Wassersparen, Abfallvermeidung oder die Beschäftigung und Ausbildung lokaler Mitarbeitender gehören. Aussagekräftiger als allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen sind konkrete Informationen darüber, was eine Unterkunft tatsächlich umsetzt.
  • Handtücher und Bettwäsche mehrfach verwenden: Wenn die Unterkunft entsprechende Programme anbietet, können Sie auf einen täglichen Wechsel verzichten.
  • Klimaanlage bewusst nutzen: Wo es angenehm und sinnvoll ist, können Ventilator und natürliche Belüftung eine Alternative sein. Beim Verlassen des Zimmers sollten Klimaanlage und Licht ausgeschaltet werden.
  • Lokale Gastronomie kennenlernen: Besonders an Badeorten oder in Städten kann Frühstück oder Halbpension die Möglichkeit bieten, Restaurants außerhalb der Unterkunft auszuprobieren. In abgelegenen Safari-Camps ist Vollpension dagegen häufig notwendig, da es keine alternativen Restaurants gibt.

Reisevorbereitung und Packen

  • Wiederbefüllbare Trinkflasche mitnehmen: Viele Lodges, Camps und Safarifahrzeuge bieten Möglichkeiten zum Nachfüllen von Trinkwasser. Informieren Sie sich außerdem vor der Reise über die aktuellen Bestimmungen zu Plastiktüten und Einwegkunststoffen im jeweiligen Reiseland.
  • Wiederverwendbare Behälter nutzen: Für Snacks oder Lunchpakete können wiederverwendbare Dosen und Behälter eine Alternative zu Einwegverpackungen sein.
  • Auf Plastiktüten verzichten: Wäschebeutel und wiederverwendbare Taschen sind praktische Alternativen. Beachten Sie insbesondere die jeweiligen Einfuhrbestimmungen Ihres Reiselandes.
  • Nur das Nötige einpacken: Gerade bei Flugsafaris gelten häufig strenge Gepäckbegrenzungen. Leichtes Gepäck erleichtert daher nicht nur das Reisen, sondern passt auch besser zu den begrenzten Kapazitäten kleiner Safari-Flugzeuge.
  • Ausrüstung ausleihen: Dinge, die Sie nur für eine einzelne Reise benötigen, müssen nicht zwangsläufig neu gekauft werden.
  • Kosmetik bewusst auswählen: Feste Seifen und Shampoos können Verpackungsmaterial reduzieren. Bei Outdoor-Aktivitäten sollte zudem darauf geachtet werden, dass Pflegeprodukte nicht direkt in natürliche Gewässer gelangen.
  • Wiederaufladbare Geräte nutzen: Akkus, Powerbanks oder solarbetriebene Lampen können insbesondere in Camps mit eingeschränkter Stromversorgung praktisch sein.

Verhalten vor Ort

Begegnungen mit Respekt

  • Reisen bedeutet immer auch Begegnung. Dabei sollte die lokale Bevölkerung nicht als touristische Attraktion betrachtet werden.
  • Informieren Sie sich über lokale Gepflogenheiten, Kleidungsvorschriften und religiöse Traditionen.
  • Fragen Sie Menschen um Erlaubnis, bevor Sie sie fotografieren.
  • Hinterfragen Sie Besuche, bei denen Schulen, Kinder oder Dorfgemeinschaften hauptsächlich als touristisches Erlebnis präsentiert werden.
  • Kaufen Sie, wo es möglich und passend ist, bei lokalen Geschäften und Handwerksbetrieben ein.
  • Probieren Sie lokale Restaurants und Gerichte.
  • Handeln Sie respektvoll und bedenken Sie, dass für viele Menschen der Verkauf von Waren und Dienstleistungen ihre Lebensgrundlage darstellt.

Natur- und Tiererlebnisse

Afrikas Nationalparks und Schutzgebiete leben davon, dass Besucher Regeln zum Schutz von Landschaft und Tierwelt respektieren.

  • Halten Sie die vorgeschriebenen Abstände zu Wildtieren ein und folgen Sie den Anweisungen von Guides und Rangern.
  • Füttern oder berühren Sie keine Wildtiere.
  • Bleiben Sie auf ausgewiesenen Wegen und nehmen Sie keine Pflanzen, Steine oder andere Naturmaterialien mit.
  • Werfen Sie keinen Müll oder Zigarettenstummel in die Natur.
  • Beachten Sie insbesondere in trockenen Regionen die örtlichen Vorschriften zum Umgang mit Feuer.
  • Berühren oder beschädigen Sie beim Schnorcheln und Tauchen keine Korallen.
  • Informieren Sie sich bei Tierauffangstationen und anderen Einrichtungen vorab über deren Umgang mit den Tieren. Angebote mit direktem Körperkontakt, Vorführungen oder anderen unnatürlichen Interaktionen sollten kritisch geprüft werden.
  • Kaufen Sie keine Souvenirs, die aus geschützten oder bedrohten Tier- und Pflanzenarten hergestellt wurden.

Woran können Sie einen verantwortungsbewusst arbeitenden Reiseveranstalter erkennen?

Begriffe wie „nachhaltig“, „grün“ oder „umweltfreundlich“ allein sagen wenig darüber aus, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Hilfreicher sind konkrete und überprüfbare Informationen.

Achten Sie beispielsweise darauf,

  • ob der Veranstalter nachvollziehbar beschreibt, nach welchen sozialen und ökologischen Kriterien Partner, Unterkünfte und Aktivitäten ausgewählt werden,
  • ob konkrete Maßnahmen statt allgemeiner Umweltversprechen genannt werden,
  • ob Mitgliedschaften, Zertifizierungen oder Kooperationen transparent angegeben und überprüfbar sind,
  • ob lokale Partner und Leistungsträger in die Reisen eingebunden werden,
  • ob sensible Tierbegegnungen, Besuche von Gemeinden und kulturelle Aktivitäten verantwortungsvoll ausgewählt werden,
  • und ob auch die Grenzen der eigenen Maßnahmen offen kommuniziert werden.

Informationen dazu, welche Grundsätze wir bei Go’n joy Africa bei der Gestaltung unserer Reisen berücksichtigen, finden Sie auf unserer Seite zum verantwortungsvollen Reisen.

Bewusst reisen statt perfekt reisen

Eine Fernreise nach Afrika ist immer mit Ressourcenverbrauch und insbesondere durch die Anreise mit Treibhausgasemissionen verbunden. Deshalb möchten wir nicht den Eindruck vermitteln, eine solche Reise könne vollständig „nachhaltig“ oder ohne Auswirkungen stattfinden.

Was möglich ist: bewusste Entscheidungen treffen, unnötigen Ressourcenverbrauch reduzieren, lokale Anbieter berücksichtigen und Menschen, Tieren und Natur mit Respekt begegnen.

Viele kleine Entscheidungen können dazu beitragen, die eigene Reise verantwortungsvoller zu gestalten – ohne dabei zu behaupten, dass Reisen ohne Auswirkungen möglich ist.

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